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Im Überblick

Die Bauernkinderstudien haben übereinstimmend gezeigt, dass Kinder, die regelmäßig Rohmilch trinken, vor Asthma, Allergien und Atemwegsinfekten geschützt sind. Die MARTHA-Studie überprüft nun diese Beobachtung, indem sie Kleinkinder vergleicht, die per Zufall zwei verschiedenen Gruppen zugeteilt werden. Beide Gruppen erhalten ab einem Alter von 6 Monaten, bzw. wenn sie nicht mehr voll gestillt sind, täglich 200 ml Milch und ab 10 Monaten zweimal täglich 150 ml Milch. Dabei erhält die eine Gruppe minimal verarbeitete Vollmilch. Diese Milch wird durch ein mildes thermisches Verfahren so behandelt, dass keine Krankheitskeime übertragen werden können; ansonsten wird die Milch nicht behandelt sondern sprühgetrocknet, um eine Haltbarkeit von mindestens 1½ Jahren sicherzustellen. Die andere Gruppe erhält herkömmliche ultrahoch-erhitze H-Milch mit 1,5% Fettgehalt, die ebenfalls zu Pulver verarbeitet wird. Die Milchen können am Geschmack nicht unterschieden werden, und weder die Eltern noch die Studienärzte wissen bis zum Studienende, welche Milch ein Kind tatsächlich bekommt.

Die Gabe der Milch wird bis zum Alter von 3 Jahren fortgesetzt. Während der gesamten 2½ Jahre der Milchgabe werden die Eltern mit einem Internetfragebogen jede Woche gefragt, ob das Kind die Milch vertragen hat, ob Erkältungen oder ähnliche Erkrankungen hatte und welche Nahrung das Kind zusätzlich erhalten hat. Alle 4 Wochen werden zusätzliche Fragen nach dem Lebensumfeld des Kindes gestellt (z.B. Kita-Besuche, Tierkontakte). Es schließt sich eine Nachbeobachtungszeit von 2 Jahren an, bis im Alter von 5 Jahren von einem Arzt Asthma festgestellt oder ausgeschlossen werden kann. Während der Nachbeobachtungszeit werden nur noch alle 3 Monate Internetfragebögen ausgefüllt, die hauptsächlich nach dem Gesundheitszustand des Kindes fragen.
Die Kinder werden zu 3 Besuchen in die Studienambulanz eingeladen. Der erste Besuch findet zu Beginn der Milchgabe im Alter von 6 Monaten statt und dient der Überprüfung von Ein- und Ausschlusskriterien, der Aufklärung und Einwilligung durch die Sorgeberechtigten, dem Erfassen von Vorerkrankungen, der körperlichen Untersuchung, der Entnahme von Blut und weiteren Untersuchungsproben (siehe unten), und der Zuteilung zu einer Gruppe per Los. Der zweite Besuch findet nach Beendigung der Milchgaben im Alter von 3 Jahren statt und dient der Erfassungen weiterer Erkrankungen wie Neurodermitis (Atopisches Ekzem) und Krankheitsvorstufen (Atopische Sensibilisierung, Entzündungswerte). Dazu werden wiederum Proben genommen.
 Der dritte und letzte Besuch der Studienambulanz findet am Ende der Nachbeobachtungsphase im Alter von 5 Jahren statt. Dabei wird das Hauptziel der Studie überprüft, d.h. ob die Kinder frei von Asthma geblieben sind. Außerdem werden dieselben Untersuchungen wie beim zweiten Besuch durchgeführt.
Bei allen drei Besuchen in der Studienambulanz werden geringe Mengen Blut abgenommen; beim ersten Besuch erfolgt dies durch Fingerpiks. Mit dem Blut wird ein Allergietest durchgeführt und der Entzündungswert bestimmt. Außerdem wird im Blut und in Proben von Nasenschleimhautzellen untersucht, welche Gene angeschaltet sind, um zu verstehen, wie der Schutz der Milch wirkt. Nasenabstriche und Stuhlproben dienen der Untersuchung von Bakterien, die den Körper normalerweise besiedeln (Mikrobiom) und durch die Milch günstig beeinflusst werden könnten. Es gibt Hinweise darauf, dass die Milch besonders gut bei Kindern wirkt, die bestimmte Erbanlangen oder niedrige Fettsäuren-Werte haben. Daher werden im Blut Gene untersucht und in Schleimhautzellen aus einem Wangenabstrich Fettsäuren gemessen.
Da Kuhmilch ein von fast allen Kindern getrunkenes Lebensmittel ist, sind unerwünschte Wirkungen durch die Studie nicht zu erwarten. Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Kuhmilch wie z.B. Kuhmilchallergie, Kuhmilchunverträglichkeit und Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktoseintoleranz) werden daher ebenso selten wie bei allen anderen Kindern sein.

Hintergrund der Studie

Asthma und andere allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Neurodermitis, nehmen seit Jahren in Deutschland an Häufigkeit zu. Auch viele Kinder und Jugendliche sind davon betroffen und in ihrer Lebensqualität zum Teil erheblich eingeschränkt. Bis heute gibt es keine Möglichkeit, die Entstehung der meist chronisch verlaufenden Erkrankungen zu verhindern. Seit Jahren sind daher mehrere Forschungsgruppen weltweit den Ursachen für diese Erkrankungen auf der Spur und untersuchen Möglichkeiten zur Vorbeugung. Dabei entdeckten wir, dass Kinder von Bauernhöfen erheblich seltener erkranken. Mehrere sogenannte Bauernhofstudien untersuchten dies näher und fanden heraus, dass es auf dem Bauernhof verschiedene schützende Faktoren gegen die Entstehung von Asthma und Allergien gibt. Am stärksten ausgeprägt ist dieser positive Einfluss bei frischer, unbehandelter Rohmilch direkt vom Hof, während bei hocherhitzter, lang haltbarer Milch dieser Effekt verschwunden ist. Da in der Rohmilch Krankheitserreger enthalten sein können, kann diese jedoch nicht unbehandelt zum Verzehr als Vorbeugung gegen Asthma und Allergien empfohlen werden. Wir wollen nun ein Milchprodukt (Testmilch) testen, das speziell hierfür entwickelt wurde und durch eine neue und schonende Art der Verarbeitung so naturbelassen wie möglich ist. Dadurch bleiben einerseits die günstigen Eigenschaften der Rohmilch weitgehend erhalten, andererseits ist die Milch aber frei von bedenklichen Keimen.

Ziel der Studie

Mit der MARTHA Studie überprüfen wir, ob man mit der neu entwickelten Testmilch tatsächlich der Entstehung von Asthma und Allergien bei Kindern vorbeugen kann. Dazu vergleichen wir die nach neuer Methode schonend verarbeitete Kuhmilch mit herkömmlich verarbeiteter Milch (Vergleichsmilch).
Wenn sich dabei ein Unterschied in der Häufigkeit von Asthma und Allergien zeigt, dann kann man in Zukunft der Asthmaentstehung bei Kindern sehr einfach, mit Gabe der Testmilch vorbeugen.

Ablauf der Studie

Insgesamt 3214 Kinder werden nach der Geburt in den Regionen München und Regensburg in die Studie eingeschlossen. Alle Studienkinder werden in zwei Gruppen eingeteilt und erhalten entweder die Testmilch oder die Vergleichsmilch in Pulverform wie für Säuglingsnahrung üblich Weitere Vorgaben zur Gestaltung der Ernährung gibt es nicht.
Über online-Fragebögen, die regelmäßig beantwortet werden, erheben wir Informationen zum Lebensumfeld der teilnehmenden Familien, zur familiären Vorbelastung von Allergien und Asthma, zur Ernährung und zur Gesundheit der Kinder. Dreimal während der Studiendauer werden die Kinder von einem Facharzt kostenlos in der Studienambulanz untersucht. Dabei werden auch Blut, Wangen-, Nasenabstriche und Stuhlproben gesammelt. Beim letzten Ambulanzbesuch erfassen wir, ob die teilnehmenden Kinder an Asthma leiden.

Wer finanziert die Studie?

Die niederländische Lungenstiftung „Longfonds Stichting“ ist eine Patientenorganisation für Betroffene von Asthma- und/oder Lungenerkrankungen. Sie hat sich „Eine Welt ohne Asthma“ zum Ziel gesetzt und interessiert sich besonders für neue Ansätze und Methoden zur Verringerung allergisch-asthmatischer Erkrankungen. Longfonds Stichting finanziert daher als Hauptsponsor die MARTHA-Studie aus ihren Stiftungsmitteln, d.h. Spenden. Das Milchpulver wird für die Studie kostenfrei von einer Molkereigenossenschaft zur Verfügung gestellt.

Wer organisiert die Studie?

In München
Studienteam MARTHA Studie
MARTHA- Studienzentrum
Arbeitsgruppe Asthma und Allergien am Dr. von Haunerschen Kinderspital
Prof. Dr. Dr. h.c. Erika von Mutius (Leitung)
Prof. Dr. Markus Ege (Leitung)

Email
martha-studie@med.uni-muenchen.de

Tel
089 4400 579 30

In Regensburg

Prof. Dr. Michael Kabesch (Leitung)

 

 

 

Studien-Telefon
München
089 4400 579 30
 

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